Diamantwegs Buddhismus Österreich  
 
 
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Die wichtigsten Fragen zum Buddhismus (FAQs):

> Was ist Buddhismus ?
> Wer war Buddha ?
> Was bedeutet Karma ?
> Was bedeutet Befreiung und Erleuchtung ?
> Wie steht der Buddhismus zu Tod und Wiedergeburt ?
> Was gibt es für buddhistische Richtungen ?
> Was bedeutet Meditation ?
> Worin unterscheiden sich die drei großen buddhistischen Richtungen ?
> Was kann Buddhas Lehre unserer modernen westlichen Gesellschaft bieten ?
> Wie wird man Buddhist ?


Die wichtigsten Fragen zum Diamantweg (FAQs):
> Warum kommt der Diamantweg aus Tibet ?
> Woher stammen die vier Schulen im Tibetischen Buddhismus ?
> Was bedeutet Übertragungslinie im Diamantweg ?
> Warum ist der Lama (Lehrer) im Diamantweg so wichtig ?
> Warum wird der Diamantweg im Westen mit der Karma Kagyü Schule gleichgesetzt ?
> Wo findet man Diamantweg-Buddhismus im Westen ?



Was ist Buddhismus?
Buddhas Lehre, im Sanskrit "Dharma" genannt, bedeutet: "Wie die Dinge sind". Buddha erklärt hautnah und lebensbezogen den Unterschied zwischen bedingtem und letztendlichem Glück. Das bedingte Glück hat mit all unseren Erfahrungen zu tun, das letztendliche Glück mit dem Erfahrer selbst (Geist, Bewußtsein). Das Erkennen der Natur unseres Geistes ermöglicht das Erleben dauerhaften Glücks.

Buddhas Lehre bietet das Wissen, die Mittel, die Methoden und einen stufenweisen Weg, um zu dieser Erkenntnis (Buddhaschaft, Erleuchtung) zu gelangen.
Dabei ist Buddhas Wissen in sich völlig logisch, überprüfbar und dogmenfrei - also nichts, was geglaubt werden soll sondern vielmehr untersucht, hinterfragt, ausprobiert und auf Sinnhaftigkeit für das eigene Leben geprüft wird.
Durch geeignete Meditationen wird das Verstandene zur eigenen Erfahrung. Zusätzliche Mittel festigen die erreichten Bewußtseinsebenen.

Das Ziel von Buddhas Lehre ist die volle Entwicklung der uns innewohnenden Möglichkeiten von Körper, Rede und Geist.



Wer war Buddha?
Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, wurde etwa 560 v. Chr. in Nordindien geboren und starb im Alter von 80 Jahren. Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer (daher die Bezeichnung Buddha Sakyamuni ) und verbrachte eine unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss, heiratete mit 16 Jahren und hatte einen Sohn.

Mit 29 Jahren verläßt er die Palastanlage seiner Familie und begegnet dabei zum ersten Mal einem Greis, einem Schwerkranken und einem Toten. Nun weiß er, dass Alter, Krankheit und Tod unausweichlich mit dem menschlichen Leben verbunden sind. Die ihm bislang selbstverständlichen Vergnügungen verlieren ihren Reiz und er beschließt, von jetzt an die Grundlage für nicht vergängliches, dauerhaftes Glück zu suchen.

Nach sechs Jahren voll vergeblicher Versuche, dies zu erreichen - ob durch Askese oder die Auseinandersetzung mit den besten Philosophien seiner Zeit -, setzt er sich in der Nähe des
heutigen Bodh-Gaya unter einem Feigenbaum nieder und verspricht, nicht wieder aufzustehen, bevor er sein Ziel erreicht hat. Schließlich erkennt er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes
und wird damit erleuchtet, also ein Buddha, ein "vollkommen Erwachter".

Von nun an lehrt er 45 Jahre lang, gründet einen Mönchs- und einen Nonnenorden und gewinnt
viele Laienanhänger. Er stirbt mit 80 Jahren und empfielt kurz vor dem Tod seinen Anhängern,
seiner Lehre nicht blind zu folgen, sondern alles anhand der eigenen Erfahrung zu überprüfen.

Der Buddhismus ist Hauptreligion in mehreren ostasiatischen Ländern und spricht Menschen an, die sich selbständig und durch die eigene Erfahrung entwickeln. Seit den siebziger Jahren überzeugen und begeistern Buddhas Einsichten eine stark wachsende Zahl von modernen westlichen Menschen.

Was bedeutet Karma (Ursache und Wirkung)
Karma ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Er bedeutet nicht Schicksal, sondern das Zusammenwirken von Ursache und Wirkung : Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich.
Dieses Verständnis ermöglicht es, durch bewusstes Handeln Eindrücke im Geist aufzubauen, die zu Glück führen und künftiges Leid vermeiden.

Damit hängt jedoch keine gleichgültige Einstellung gegenüber dem Leid anderer zusammen, denn
ein Buddhist geht davon aus, dass alle Menschen ständig aus dem Streben nach Glück heraus handeln. Der Grund für leidbringende Handlungen wie Töten, Diebstahl, sexueller Missbrauch oder Betrug liegt darum nicht in etwaiger "Bosheit", sondern darin, dass sich die Handelnden der Gesetzmäßigkeit von Ursache und Wirkung nicht bewusst sind.

Wer Leid erlebt, hat sich also die Ursachen dafür in der Vergangenheit selbst geschaffen. Dies ist jedoch aus Unwissenheit geschehen und kann - wenn einmal in voller Wirkung - nicht mehr rückgängig gemacht werden. Darum sollte ein Buddhist unvoreingenommen und couragiert helfen, wo immer es möglich ist.

Im Vajrayana (dt. Diamantweg) lässt sich Karma, das noch nicht in Form von Erlebnissen reif geworden ist, verändern: positives kann verstärkt, negatives abgebaut werden.

Wie steht der Buddhismus zu Tod und Wiedergeburt
Im Buddhismus geht es um die Erkenntnis, dass man nicht der eigene Körper ist , sondern diesen
hat und ihn darum möglichst sinnvoll - wie ein Werkzeug - nutzen sollte. Was man als "Selbst" erlebt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein unzerstörbarer und unbegrenzter Strom von Bewusstsein.

Im Moment des Todes verläßt das Bewusstsein den sterbenden Körper, um sich - gesteuert durch unbewusste Eindrücke im Geist, also Karma - nach einer bestimmten Zeit wieder mit einem neuen Körper zu verbinden. Daher ist Sterben für einen Buddhisten in letzter Konsequenz etwas ähnliches wie "Kleider wechseln".

Erleuchtete sind nicht mehr von diesem Prozess abhängig. Sie können den Sterbevorgang bewusst steuern, um eine Wiedergeburt zu erlangen, in der sie für möglichst viele Menschen nützlich sind.

Im Diamantweg läßt sich zusätzlich durch die Meditationspraxis des "bewußten Sterbens" (tib.: Phowa), die zu Lebzeiten erlernt und geübt werden kann und dann während des natürlichen Sterbeprozesses durchgeführt wird, das Bewusstsein in einen befreiten Zustand überführen.

Was bedeutet Befreiung und Erleuchtung?
Befreiung bedeutet die Erkenntnis, daß Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind und deswegen kein wirkliches "Ich" bilden können. Dadurch erlebt man sich nicht mehr als Zielscheibe, die Ursache allen Leidens.

Erleuchtung ist der weitere, letztendliche Schritt. Hier strahlt das klare Licht des Geistes durch jede Erfahrung. Es besteht keine Trennung mehr zwischen Erleber, Erlebtem und Erlebnis. Der Geist genießt jeden Augenblick seine selbstentstandenen Fähigkeiten und ist in allem mühelos und spontan.


Was gibt es für buddhistische Wege?
Buddhas Belehrungen wurden zunächst mündlich von Lehrer zu Schüler weitergegeben; ergänzende schriftliche Aufzeichnungen entstanden erst nach seinem Tod. Dennoch wurde von Anfang an großer Wert auf eine genaue Überlieferung gelegt.

Hinayana bzw. Theravada (skt. Kleiner bzw. Alter Weg):
Im Theravada wird manchmal behauptet, Buddha selbst habe nur die Erklärungen dieses Weges gegeben, und die Schulen des großen Weges hätten im Nachhinein eine zu offene Einstellung gegenüber weltlichen Dingen eingenommen.

Im Alten Weg geht es vor allem um das Beruhigen und Festhalten des Geistes und das Vermeiden von Leid und Schwierigkeiten im Alltag. Im Theravada , das sich später vor allem in den südasiatischen Ländern durchsetzte, genießt das Mönchstum eine bevorzugte Stellung.

Mahayana (skt. Großer Weg) :
Die Mahayana Schulen beziehen sich direkt auf Buddha und unterscheiden nur zwischen zwei Wegen: dem großen und dem kleinen , den sie manchmal als unzulässige Verengung der Vielfalt
von Buddhas Lehre betrachten. Im großen Weg findet sich der größte Teil der buddhistischen Philosophie und Psychologie; Mönche und Laien sind gleichgestellt.

Den Vajrayana sehen die Schulen des großen Weges häufig als eine Weiterentwicklung -
entstanden durch eine Verschmelzung mit der tibetischen Bön-Religion.

Vajrayana (skt. Diamantweg):
Auch die Vajrayana Schulen führen ihre Belehrungen direkt auf Buddha selbst zurück. Hier wird gelehrt, dass Buddha verschiedenen von Menschen drei Arten Belehrungen gegeben habe: Wer
Leid vermeiden wollte, bekam Auskünfte zu Ursache und Wirkung ( Theravada ).
Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen, um Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln
/ Mahayana ).
Wenn die Leute fähig waren, Buddha als Spiegel für ihre eigenen Möglichkeiten zu sehen, lehrte er den Vajrayana Weg . Dabei zeigte sich Buddha in verschiedenen weiblichen und männlichen Lichtformen oder vermittelte seine erleuchtete Sicht von der Natur des Geistes direkt an seine Schüler. Dabei geht es darum, die Welt aus einer reichen und selbstbefreienden Sicht heraus zu erfahren. Der Vajrayana wurde in Indien durch die Mahasiddhas weitergegeben, die oft unkonventionelle Persönlichkeiten waren, und später nur in Tibet und der Mongolei überliefert.

Die Bezeichnung Diamantweg ist eigentlich nur die Übersetzung des Wortes Vajrayana ;
sie hat sich aber für einen besonders lebensnah vermittelten Vajrayana-Buddhismus eingebürgert, der in der Tradition der Karma Kagyü Linie gelehrt wird.

Zen

Zen-Buddhismus ist der japanische Name einer im 6. Jahrhundert in China entstandenen Schule, die sich auf den Großen Weg bezieht. Auch sie beruft sich auf Erklärungen, die Buddha selbst seinen Schülern gegeben habe. Etliche Zen-Schulen betrachten Wissen und Konventionen als nutzlosen Ballast.

Die Erleuchtung soll durch selbstentstandene Einsicht blitzartig zum Durchbruch kommen. Man vereinfacht das Leben, um weniger vom Meditieren abgelenkt zu werden, und versucht, bei stundenlangem Stillsitzen oder Nachsinnen über eine paradoxe Frage (japanisch: Koan ), den ständigen Strom an inneren Vorstellungen zur Erschöpfung zu bringen. Der Zen-Buddhismus wurde vor allem in Japan überliefert.


Was ist Meditation?
Meditation läßt das Verständnis von Buddhas Belehrungen zur eigenen Erfahrung werden und ist im Buddhismus das praktische Mittel, um die Natur des Geistes zu erkennen. Während der Meditation ruht der Geist idealerweise in sich selbst.

Theravada (Kleiner bzw. Alter Weg)
Das Ziel des Theravada wird vor allem durch das Schaffen von Abstand, durch Beruhigen und Einsgerichtetheit des Geistes erreicht. Weiters übt man sich in sogenanntem kontemplativen Nachdenken über die bedingte Welt, wie z.B. in der Analyse des 12-fachen Entstehens in Abhängigkeit usw.

Mahayana (Grosser Weg)
Im Mahayana nutzt man vor allem Meditationen, um Mitgefühl stärken und sich an die Leerheitsnatur des Geistes anzunähern - das bedeutet, dass alle Erscheinungen und Ideen nicht dauerhaft sind, sondern ständig entstehen und wieder verschwinden.

Vajrayana
Im Vajrayana steht die Arbeit mit inneren Energien und mit Lichtformen weiblicher und männlicher Buddhas im Mittelpunkt. Diese Buddhaformen zeigen verschiedene erleuchtete Qualitäten des Geistes. Der Vajrayana Buddhismus setzt auf die ständige Identifikation mit der eigenen Buddhanatur, und zwar nicht nur während, sondern auch außerhalb der Meditationssitzungen.


Worin unterscheiden sich die drei großen buddhistischen Richtungen?
Buddha gab Belehrungen für drei verschiedene Arten von Menschen. Wer Leid vermeiden wollte, bekam Auskunft über Ursache und Wirkung ("Kleiner Weg", skt. "Hinayana"). Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen über Mitgefühl und Weisheit ("Großer Weg", skt. "Mahayana").

Wenn die Leute starkes Vertrauen in ihre eigene Buddhanatur hatten, lehrte er den "Diamantweg" (sanskrit: Vajrayana). Buddha zeigte sich dabei in hologramm-ähnlichen Formen oder vermittelte seine erleuchtete Sicht von der Natur des Geistes, das "Große Siegel" (sanskrit: Mahamudra).

Im Diamantweg lernt man, die Welt aus einer reichen und selbstbefreienden Sicht heraus zu erfahren. Seine Übungen entwickeln tiefen inneren Reichtum, führen weiter zu Ungekünsteltsein
und Unerschütterlichkeit und entfalten schließlich jede erleuchtete Tatkraft des Geistes.

Was kann Buddhas Lehre den westlichen Gesellschaften bieten?
"Wirksame Mittel, die zu unmittelbarer Erfahrung des Geistes führen", antwortete Lopön Tsechu Rinpoche, einer der erfahrensten Lehrer des tibetischen Buddhismus, der Mitte 2003 gestorben ist. Buddhas Lehre ist wie ein Diamant, der in seinem Wesen unveränderlich ist, aber doch in den
Farben des Untergrundes strahlt, auf dem er liegt.

So hat sich die Lehre den kulturellen Bedingungen der einzelnen Länder angepasst, ohne dabei ihre Essenz zu verlieren. Zunächst wurden die Belehrungen 1500 Jahre lang in Indien übertragen und dann weitere 1000 Jahre in Tibet. Heute wird die Unbegrenztheit der Sicht und der Mittel bei den
gut ausgebildeten und selbstständigen Menschen des Westens deutlicher als je zuvor.


Wie wird man Buddhist?
Buddhist zu sein, ist zu einem großen Teil eine Frage der persönlichen Lebensanschauung. Formell beschließt man in einem Zeremoniell, sich der zeitlosen Natur des eigenen Geistes zu öffnen, indem man "Zuflucht nimmt" (sein Leben auf bestimmte zeitlose Werte ausrichtet).

Man nimmt Zuflucht zu den sogenannten "drei Juwelen" (oder Kostbaren):

· zum Buddha - dem Ziel (als Zustand, den wir erreichen wollen)
· zum Dharma - der Lehre, also dem Weg und den Mitteln, die zum Ziel führen
· zur Sangha - der Gemeinschaft der Praktizierenden, den Freunden und Helfern auf dem Weg
  (z.B. durch den Kontakt zu einer  buddhistischen Gruppe)

Bei der Wahl einer buddhistischen Schule sollte man offen, aber kritisch sein - und sich vor allem ein eigenes Urteil bilden, indem man Kontakt zu verschiedenen Gruppen aufnimmt. Auch innerhalb ein und derselben buddhistischen Richtung betonen verschiedene Schulen verschiedene Gesichtspunkte von Buddhas Lehre und ziehen dadurch Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten an. Insbesondere im Diamantweg und im Zen sollte man die buddhistischen Lehrer zunächst sorgfältig prüfen, damit sich später ein vertrauensvolles Verhältnis auf natürlicher Basis entwickeln kann.




Fragen zum Diamantweg:


Warum kommt der Diamantweg aus Tibet ?
Nach rund 1.500 Jahren in Indien verbreitete sich Buddhas Wissen um die Natur des Geistes auch in Tibet. Der tibetische König Trisong Detsen lud im 8. Jhdt. die beiden indischen Meister Padmasambhava (tib. Guru Rinpoche) und Shantarakshita (tib. Shiwatso) nach Tibet ein, um dort den Buddhismus zu lehren.

Während sich in den verschiedenen buddhistischen Ländern Asiens schwerpunktmäßig meist nur ein Aspekt von Buddhas Lehre verbreitet hatte (z.B. Zen in Japan, Theravada in Sri Lanka, usw.), wurde in Tibet die Gesamtheit von Buddhas Belehrungen und Meditationen überliefert.

Da Guru Rinpoche vor allem die tantrischen Aspekte von Buddhas Lehre betonte, also die Belehrungen des Diamantfahrzeugs (skt. Varjayana), haben sich diese dann auch maßgeblich in Tibet durchgesetzt. Seit dieser Zeit kann man den „tibetischen Buddhismus“ auch mit dem Diamantweg oder Tantrayana gleichsetzen.

Woher stammen die vier Schulen im Tibetischen Buddhismus ?
Die erste Überlieferungswelle im 8. Jhdt., die auf Guru Rinpoche zurückzuführen ist, wird auch als die Überlieferung der „Alten“ (tib. Nyingma) bezeichnet.

Im 11. Jhdt. erfolgte dann eine zweite Welle der Überlieferungen buddhistischen Wissens und Erfahrung. Diese bildete die Grundlage für die sogenannten „neuen“ (tib. Sarma) Schulen des tibetischen Buddhismus. Zu diesen zählen die Karma Kagyü Linie sowie die Sakya Schule.

Im 13. Jhdt. schließlich entstand dann die letzte der vier großen buddhistischen Schulen Tibets, die Ganden Linie, die auch Schule der Tugendhaften (tib. Gelugpa) genannt wird.

Während in den drei ersten drei Schulen hauptsächlich das Diamantfahrzeug praktiziert wird, widmet sich die Gelugpa Schule schwerpunktmäßig meist eher dem Studium von Texten des Großen Fahrzeuges (skt. Mahayana).


Mehr dazu unter vajrayana.at >>


Was bedeutet eine ungebrochene Übertragungslinie ?
Der Begriff "Übertragungslinie" ist nur im Diamantweg zu finden. Da das Ziel des Diamantweges die unmittelbare, volle Erfahrung der Natur des Geistes (Erleuchtung) ist, braucht es jemanden, der diese Erfahrung bereits hat und weitergeben kann.

Der historische Buddha leitete seine Schüler so lange auf dem Weg an, bis sie selbst den vollen Zustand der Erleuchtung oder Buddhaschaft erlangt hatten. Danach gaben diese ihre Erfahrung wiederum ihren Schülern so lange weiter, bis auch diese voll im Ziel angelangt waren.

Diese "Übertragung" der Erleuchtungserfahrung wurde seit dem Historischen Buddha vor über 2500 Jahren bis heute ohne Unterbrechung von verwirklichten Meistern an ihre Schüler weitergegeben. Dies ermöglicht den letztendlichen Schritt zur Erleuchtung. Es heißt, daß es ohne diese gesicherte, letztendliche Erfahrung der Wirklichkeit keinen Diamantweg gibt.


Warum ist der Lehrer im Diamantweg so wichtig ?
Wichtigstes Ziel im Diamantweg ist es, die uns innewohnenden Qualitäten und Fähigkeiten freizusetzen. Der einzige Unterschied zwischen einem Buddha und uns selbst besteht lediglich darin, daß er das Wesen seines Geistes voll erkannt und freigelegt hat - und wir noch nicht.

Da der unerleuchtete Geist wie ein Auge funktioniert, also alles Äußere wahrnehmen kann, sich aber selbst nicht sieht, brauchen wir eine Art besonderen Spiegel, der uns unser zeitloses Wesen zeigt.

In der Meditation steht die Arbeit mit inneren Energien und mit Lichtformen weiblicher und männlicher Buddhas im Mittelpunkt. Diese Buddhaformen zeigen die verschiedenen erleuchteten Qualitäten des Geistes.

Da der Diamantweg Buddhismus aber nicht nur während, sondern auch außerhalb der Meditations-Sitzungen auf die ständige Identifikation mit der eigenen Buddhanatur setzt, spielt der Lehrer im Diamantweg eine bedeutende Rolle. Durch sein authentisches Lebensbeispiel schafft er völliges Vertrauen und Offenheit, daß auch wir selbst diese Qualitäten bereits in uns tragen und fähig sind, sie zu verwirklichen.


Warum wird der Diamantweg im Westen mit der Karma Kagyü Schule gleichgesetzt ?
Nach der chinesischen Besetzung und Zerstörung Tibets mußten die großen Yogis und Meditations-Meister Tibet verlassen. Die meisten von ihnen flüchteten ins indische oder nepalesische Exil. Durch den nun möglich gewordenen Kontakt mit interessierten und offenen "Westlern" verbreitete sich der Tibetische Buddhismus nun auch zunehmend in der westlichen Welt.

Obwohl Buddhas Wissen um die Natur des Geistes zeitlos und unabhängig von sozialen und gesellschaftlichen Normen ist, haben die Nynigma-, Sakya- und Gelugpa-Schule zumeist ihren traditionellen tibetischen Stil in Organisation, monastischer Hierarchie und Lehrdarlegung beibehalten.

Lediglich in der Karma Kagyü Schule hat sich - mit Ausnahme des monastischen Zweiges der Linie in Frankreich - ein besonders lebensnaher, westlicher Laien- und Verwirklicher (Yogi-)weg entwickelt, wo Buddhas höchste Belehrungen und Sichtweisen mitten im modernen Alltag mit Beruf und Familie umgesetzt und angewandt werden.

Dies scheint auch der Grund zu sein, weshalb sich die Karma Kagyü Schule im Westen am schnellsten und stärksten entwickelt hat und der Begriff "Diamantweg" speziell mit dieser Richtung verknüpft wird.

Wo findet man den Diamantweg-Buddhismus im Westen?
Rund 460 buddhistische Zentren der Karma Kagyü Linie wurden weltweit seit 1972 von Lama Ole Nydahl, dem bekanntesten westlichen Lama des Diamantweges, im Auftrag des 16. Karmapa gegründet.

Allein im deutschsprachigen Raum gibt es an die 200 Buddhistische Zentren und Gruppen, die auf der Grundlage von Freundschaft und Idealismus ehrenamtlich betrieben werden. In diesen kann jeder einen zeitgemäßen und selbstbestimmten Zugang zu Buddhas Lehre finden.

An den regelmäßigen öffentlichen und kostenlosen Abenden kann man jederzeit und ohne jede Vorkenntnis vorbeischauen und Meditation kennenlernen. Jedes Zentrum bietet darüber hinaus Vorträge und Kurse mit in- und ausländischen buddhistischen Lehrern an, wo man buddhistische Sichtweise, Inhalte, Meditation und den praktischen Umgang im Alltag "lernen" und üben kann.

Die Zentren sind in einigen Ländern wie z.B. in Deutschland als gemeinnützige Vereine anerkannt. In Österreich ist der Buddhismus eine anerkannte Religion, wie auch z.B. in Polen und Dänemark.

Bedeutend für die westliche Welt ist, dass unsere Karma Kagyü Zentren einen Laien- und Verwirklicher-Weg (Diamantweg-Buddhismus) lehren, der auf die Entwicklung von Klarheit und Selbstständigkeit in der heutigen Welt zielt. Inhaltlich steht er auf drei Säulen: überprüfbares, dogmenfreies Wissen, Meditation und Wege zum Festigen der erreichten Bewusstseinsebenen.




         
 
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