Diamantwegs Buddhismus Österreich  
 
 
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Diamantweg-Buddhismus von A bis Z
Ein klares Wissen von den grundlegenden Begriffen des Buddhismus ist sowohl für das Verständnis der Lehre als auch für die Meditationspraxis außerordentlich wichtig. Manfred Seegers , Autor des Buchs "Buddhistische Grundbegriffe", hat dieses Glossar zusammengestellt.

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Abhängiges Entstehen (tib.: tendrel): das Gesetz des ursächlichen Entstehens und miteinander Verbundenseins aller Erscheinungen.

Abhidharma : die Darstellung der Erscheinung aller Dinge, wie z.B. die Bestandteile unserer Persönlichkeit fünf Ansammlungen , (skt.: skandhas), die Sinnes-Ursprünge (skt.: ayatanas) sowie die Grundelemente der Existenz (skt.: dhatus), einer der drei Körbe .

Achtfacher Pfad Edler : Im Achtfachen Pfad sind die Mittel zusammengefasst, die zur Erleuchtung führen. Zuerst geht es darum, Weisheit zu entwickeln, also Unwissenheit zu überwinden. Zweitens soll das Handeln so eingesetzt werden, dass positives Karma aufgebaut und negatives abgebaut wird. Punkt 6, 7 und 8 erklären den sinnvollen Umgang mit dem eigenen Bewusstsein.
Weisheit entwickeln
1. Verstehen, wie Leid entsteht, was dessen Ursachen sind, und wie man es beendet.
2. Denken, um das Erkannte in die Tat umzusetzen. Unwissenheit, Zorn, Anhaftung, Eifersucht und Stolz ( Störgefühle ) bestimmen nicht länger unser Fühlen und Handeln.
Richtiges Handeln
3. Sinnvolles Reden: Nicht lügen, schlecht über andere reden oder Unsinn erzählen.
4. Sinnvolles Handeln: Handlungen aufgeben, die anderen schaden.
5. Sinnvolle Lebensführung: ein von Mitgefühl und Weisheit bestimmtes Leben führen.
Mit dem Geist arbeiten
6. Richtiges Bemühen: Energie aufbringen und auf die unzerstörbare Natur des Geistes meditieren.
7. Richtige Achtsamkeit: das Objekt der Konzentration nicht vergessen.
8. Richtige Vertiefung: den Geist immer wieder an einer Stelle halten und durch Meditation seine zeitlosen Qualitäten hervorbringen.

Aktivität : im Allgemeinen Sinn Handeln zum Wohl der Lebewesen, im letztendlichen Sinn spontanes und müheloses Handeln eines Buddhas zum Wohl der Lebewesen.
Allwissenheit: Weisheit eines Buddhas, der die Natur aller Dinge sowie ihre vielfältigen Erscheinungsweisen erkennt; Synonym für Buddhaschaft oder Wahrheitszustand .

Anfangslose Zeit : Schaut man nach einer ersten Ursache für das Entstehen der Dinge, so kann man eine solche niemals finden, denn auch sie müsste ja eine vorherige Ursache haben, aus der sie entstanden ist. Im Kreislauf der Existenz entstehen die Dinge daher seit anfangsloser Zeit.

Ansammlungen, Zwei : Positive Eindrücke oder Verdienst - z.B. aus nützlichem Handeln - und Weisheit müssen auf dem Weg untrennbar miteinander verbunden werden.
Arhatschaft: höchste Verwirklichung im Theravada . Ruhiger Geisteszustand, in dem vollkommene Befreiung vom Leid der bedingten Existenz erlangt wird.

Asketische Praxis : auf Zurückweisung sämtlicher Annehmlichkeiten und damit auf Loslösung von Anhaftung ausgerichtete Praxis wie Fasten etc., die besonders in den hinduistischen Yoga-Systemen verwendet wird. Extreme Askese kann zu Schaden für Körper und Geist führen.

Aufbauende Phase : Aufbau der inneren Vorstellung eines Buddhaaspektes im

Diamantweg , dient hauptsächlich der Entwicklung von Geistesruhe und Klarheit.
Ausstrahlungszustand (skt.: nirmanakaya): Ein Buddha kann aus Mitgefühl in vielen Formen erscheinen, um anderen Lebewesen zu nützen. Die perfekteste dieser Erscheinungsformen ist der so genannte Ausstrahlungszustand eines Buddhas. Er ist ausgestattet mit 32 Hauptmerkmalen und 80 Nebenmerkmalen der Vollkommenheit.

Bedingte Existenz : Synonym für Kreislauf der Existenz oder Samsara .
Befreiung: bezeichnet die Befreiung vom Kreislauf der Existenz . Geisteszustand, in dem alles Leid - zusammen mit den Ursachen für Leid - vollkommen überwunden ist. Im Theravada entspricht dies der Arhatschaft , im Mahayana der ersten Bodhisattva-Stufe .
Bewusstheit oder Eigenbewusstheit (tib.: rig pa, rang rig): die Fähigkeit des Geistes, bewusst zu sein, erleben zu können. Dies ist die innere Facette jeder Wahrnehmung, in ihrer reinen Form synonym mit Weisheit .

Bewusstsein : Funktionsweise des Geistes, wenn er auf Objekte ausgerichtet ist. Es bedeutet, dass sich jemand einer Sache oder eines Aspektes des Geistes bewusst ist. Im Großen Fahrzeug ( Mahayana ) werden meistens acht Arten gelehrt: das Bewusstsein des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens, Denkens, des Ichs und der gespeicherten Eindrücke.

Bewusstseinsstrom : die ununterbrochene Folge der einzelnen klaren und bewussten Momente des Erlebens, die durch dieses Leben, den Zwischenzustand zwischen Tod und Wiedergeburt sowie weitere Leben hindurchgeht.
Bodhgaya: in der Nähe der Stadt Patna in Nordindien gelegene Stelle, an der der historische Buddha Shakyamuni die volle Erleuchtung erlangte. Gilt als wichtigster Pilgerort aller Buddhisten.

Bodhibaum : wörtl. Baum des Erwachens. Eine Pappel, unter der der Buddha saß, als er erleuchtet wurde. Der heutige Baum ist ein über Sri Lanka reimportierter Ableger des Originalbaumes.

Bodhicitta : Erleuchtungsgeist; der Wunsch, Buddhaschaft zu erlangen, um allen fühlenden Wesen zu helfen, sich vom Leid zu befreien. Er wird in zwei Aspekte unterteilt: in den relativen und den letztendlichen Erleuchtungsgeist. Der relative Erleuchtungsgeist besteht zum einen in dem Wunsch, Erleuchtung zum Wohl aller Wesen zu erlangen. Zum anderen wird dieser Wunsch durch die befreienden Handlungen, die Paramitas , in die Praxis umgesetzt. Der letztendliche Erleuchtungsgeist ist die Erkenntnis der Untrennbarkeit von Leerheit und Mitgefühl .

Bodhisattva : Im allgemeinen Sinn ein Praktizierender des Mahayana ; jemand, der den Entschluss gefasst hat, zum Nutzen aller fühlenden Wesen die volle Erleuchtung zu erreichen. Im speziellen Sinn hat er bereits Befreiung vom Leid und damit eine Verwirklichung auf einer der zehn Bodhisattva-Stufen erlangt.

Bodhisattva-Stufen : zehn Stufen, die den Weg eines Bodhisattvas von der Befreiung bis zur vollen Erleuchtung ausmachen, d.h. auf denen die Erkenntnis von der wirklichen Natur der Dinge vertieft wird und mehr und mehr auch außerhalb der Meditation erfahren wird.

Bodhisattva-Versprechen : bei einem qualifizierten Lehrer abgelegtes Versprechen, die Erleuchtung zum Wohl der Lebewesen zu erlangen; Eintritt in den Weg eines Bodhisattvas .

Buddha (tib.: sangye): wörtl. der Erwachte oder Erleuchtete. Jemand, der alle Schleier im Geist vollkommen gereinigt und alle Qualitäten, besonders die Allwissenheit, vollständig entfaltet hat (Buddhaschaft). Der Buddha unserer Zeit ist der historische Buddha Shakyamuni, der vierte von insgesamt 1.000 Buddhas dieses Zeitalters.

Buddha-Aktivitäten : Es gibt insgesamt vier Buddha-Aktivitäten: die befriedende, vermehrende, faszinierende und kraftvoll schützende Aktivität eines Buddhas.
Buddha-Aspekte oder Meditations-Aspekte: vom Buddha in den buddhistischen Tantras gelehrte Meditationsformen, die jeweils eine bestimmte Qualität der Erleuchtungsnatur unseres eigenen Geistes ausdrücken (Yidam).
Buddha-Familien: Fasst man alle vom historischen Buddha gelehrten Buddha-Aspekte zusammen, so kann man sie fünf Gruppen oder Familien zuordnen. Diese wiederum können alle in den Buddha "Diamanthalter", die tantrische Form von Buddha Shakyamuni, zusammengefasst werden.

Buddha-Natur : die Natur des Geistes , die Essenz oder das Potenzial der Buddhaschaft, das in allen fühlenden Wesen gegenwärtig ist.
Buddhaschaft: Zustand vollkommener Erleuchtung. Er ist gekennzeichnet durch Furchtlosigkeit, Freude und aktives Mitgefühl; Buddhaschaft ist die Erkenntnis der offenen, klaren Unbegrenztheit des Geistes.

Buddha-Weisheiten, Fünf : Facetten der einen Buddha-Weisheit: 1. die wertfreie Weisheit klaren Widerspiegelns ohne eigenes Kommentieren; 2. das Entdecken des reinen Potenzials in anderen; 3. die Fähigkeit, bleibende und vergängliche Qualitäten zu unterscheiden; 4. das Verständnis des fließenden, dynamischen Aspektes der Welt; und 5. die intuitive oder Raum-gleiche Weisheit.

Chan-Buddhismus : chinesischer Vorläufer des Zen-Buddhismus. Der Begriff stammt von der Sanskrit-Wurzel dhyani, was Konzentration oder Versenkung bedeutet.

Dakini (tib.: khandroma): wörtl. Die im Raum geht. Weibliches erleuchtetes Weisheitswesen, das Inspiration und Schutz gibt sowie perfekte Buddha-Aktivität ausführt.

Dalai Lama : im Exil lebender König von Tibet, gleichzeitig einer der ranghöchsten spirituellen Meister Tibets, steht der Gelug-Tradition am nächsten.

Daseinsbereiche, Sechs : machen zusammen die möglichen Erlebnisweisen im Kreislauf der Existenz aus. Die drei niederen Bereiche sind die Paranoia- oder Höllen-Zustände, die Geister und die Tiere. Die drei höheren Bereiche sind die Menschen, die Halbgötter und die Götter. Sie entstehen durch die jeweils stärksten Störgefühle.

Dharma (tib.: tschö): die buddhistische Lehre. Man unterscheidet in den Dharma der Belehrungen - die so genannten Körbe, Drei - und den Dharma der Verwirklichung - die drei Arten von Training, nämlich richtiges Verhalten, Meditation und Weisheit. Von den weiteren Bedeutungen dieses Begriffs ist "Phänomene" der wichtigste. Kombiniert man die beiden Hauptbedeutungen, so versteht man unter Dharma ganz allgemein die Lehre Buddhas. Wörtlich übersetzt, bedeutet Dharma "Wie die Dinge sind".

Dharmakaya : siehe Wahrheitszustand.

Dharmarad : vollständiger Zyklus von Belehrungen des Buddha, die dann für das ganze kommende Zeitalter zur Verfügung stehen. Insgesamt drehte er das Dharmarad dreimal, jeweils den Fähigkeiten seiner Schüler entsprechend. Fahrzeuge, Drei
Diamant : Symbol für die Unzerstörbarkeit und Kostbarkeit der wahren Natur unseres Geistes.

Diamantweg (skt.: Vajrayana, tib.: Dorje Thegpa): heute identisch mit den praxisorientierten Schulen des Tibetischen Buddhismus und mit dem Tantra- oder Mantra-Fahrzeug; unterscheidet sich vom allgemeinen Großen Fahrzeug vor allem durch die kraftvollen Methoden der Identifikation mit Erleuchtung .

Dualität : auf Unwissenheit beruhende Trennung des Erlebens in die sich gegenseitig bedingenden Aspekte von innen und außen, Subjekt und Objekt, ich und die anderen.

Edle Wahrheiten, Vier : der Kern der Lehre Buddhas:
Die Wahrheit vom Leiden. Das Leben im Kreislauf der Existenz bedeutet Leid. Im Menschenbereich werden Geburt, Alter, Krankheit und Tod als leidvoll erfahren. Die Lebewesen hören erst dann auf, Leid zu erfahren, wenn sie die Natur ihres Geistes erkannt haben.
Die Wahrheit von den Ursachen des Leidens. Buddha beschreibt die Gründe, weshalb der Geist seine wahre Natur normalerweise nicht erkennt. Diese sind die negativen Handlungen und Störgefühle . Die Wurzel für alle Schwierigkeiten ist die grundlegende Unwissenheit .
Die Wahrheit vom Ende des Leidens. Jeder kann aber erleuchtetet werden, d.h. die Natur seines Geistes erkennen und so dauerhaftes Glück reichen, wenn alle Ursachen für Leiden beseitigt sind.
Die Wahrheit des Weges zum Ende des Leidens. Es gibt praktische Mittel, um dauerhaftes Glück zu erreichen. Der Achtfache Pfad erklärt diese Mittel.

Einsicht oder Einsichtsmeditation (tib.: lhaktong, skt.: vipashyana): auf der Grundlage der Geistesruhe entstehende tiefe Einsicht in die Natur des Geistes .

Entsagung : Loslösung von Anhaftungen, die einen an den Kreislauf der Existenz binden.

Erdberührungsgeste : die Geste, in der Buddha meistens dargestellt wird: Die ausgestreckten Finger der rechten Hand berühren vor den Beinen leicht den Boden. Symbolisch ruft Buddha damit die Erdgöttin als Zeugin dafür an, dass er über viele Leben hinweg die Ursachen für Erleuchtung gelegt hat, indem er Mitgefühl und Weisheit vollendet sowie die entsprechenden Handlungen praktiziert hat. Damit zeigt diese Geste Weg und Ziel im Buddhismus.

Erleuchtung : Geisteszustand eines Buddhas, bei dem selbst die feinsten Schleier der Unwissenheit beseitigt sind und vollkommene Allwissenheit verwirklicht ist.

Erleuchtungsgeist : siehe Bodhicitta

Erkenntnislehre (skt.: pramana, tib.: tsema): Lehren Buddhas über die Funktionsweise des Geistes, insbesondere darüber, was richtige und was getäuschte Erkenntnis bedeutet, über Objekte der Erkenntnis, Erkenntnisprozesse und den erkennenden Geist. Wird oft auch als Wahrnehmungslehre bezeichnet.

Fahrzeuge, Drei oder Drei Wege : Eingeteilt nach den Meditationsmethoden, sind dies: Fahrzeug der Älteren in der Gemeinschaft (skt. Theravada ), Großes Fahrzeug (skt. Mahayana ) und Diamantweg (skt. Vajrayana ), eingeteilt nach der Sichtweise das Fahrzeug der Shravakas , der Pratyekabuddhas und der Bodhisattvas .

Fehlerhafte Sichtweisen : Den Störgefühlen zugrunde liegende fehlerhafte Anschauungen, z.B. extreme Sichtweisen des Festhaltens an unabhängiger Existenz oder an Nicht-Existenz, Nicht-Verstehen von Ursache und Wirkung usw.

Freudenzustand (skt.: sambhogakaya, tib.: long ku): aus dem Wahrheitszustand eines Buddhas ausgestrahlte Form mit vielen besonderen Merkmalen der Vollkommenheit, die speziell erscheint, um die Bodhisattvas auf ihrem Weg anzuleiten. Die Identifikation mit einem Freudenzustand wird in der Diamantwegs-Praxis geübt.

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hältnis auf natürlicher Basis entwickeln kann.


         
 
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